Aren
Emirze bekannt als der Noiserocker harmful
- kehrt sein Innenleben nach außen und stellt sich nach
mehr als zehn Jahren als professioneller Musiker alleine auf
die Bühne und ins Studio. Er öffnet sich, macht sich
angreifbar, zeigt hiermit aber auch Größe
menschlich wie künstlerisch. Das Duett mit seinem verstorbenen
Vater, das auf einer alten Aufnahme mit einem Kassettenrekorder
basiert, ist Abschluss, aber auch das Kernstück des ersten
Emirsian Albums. Zu den alten Aufnahmen singen 20 Jahre später
Aren und sein Bruder im Studio zweite und dritte Stimme. Ein
Lied in armenischer Sprache, das den Charme der 60er Jahre versprüht:
Achtschik Sirunagh.
Und ganz nebenbei wirkt es wie ein Gegenentwurf aktueller Diskussionen
über kulturelle Parallelwelten in unserer Gesellschaft.
Hier verschmilzt ein Künstler Kulturen miteinander, die
kaum gegensätzlicher sein könnten. Aren, Sohn armenischer
Einwanderer, begann in den 90ern mit der Band Rinderwahnsinn
und deutschen Texten. Anschließend zog er durch Europa
mit harmfuls US-geprägtem Noiserock. Arbeitete mit
Leuten wie Dave Sardy oder Billy Gould zusammen
und präsentiert nun anglo-amerikanische Singer-Songwriter-Kultur
mit armenischen Wurzeln. Er vermengt akustische Klänge
mit Soundexperimenten, jagt die Holzgitarren durch den Verzerrer,
vermeidet das Schlagzeug als gängiges Pop-Vehikel. Nur
er und seine Gitarre, vielleicht ein paar Streicher, Klavier
spartanisch und direkt, sehr persönlich - und am anderen
Ende der musikalischen Skala, wo er sich bislang bewegte.