The New Amsterdams - At The Foot Of My Rival (Arctic Rodeo Recordings/Alive)
Das aktuelle Album der GET UP KIDS-Nachfolger um Matthew Pryor, nun hierzulande auf dem schnuckeligen Artic Rodeo-Label zuhause, das der Platte gleich noch drei Bonussongs spendiert hat. Macht insgesamt 17 Songs, die sich mehr oder weniger nahtlos in die Reihe der Vorgänger einfügen und entspannte Singer/Songwriter-Kost im Bandkontext präsentieren
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Keegan - Looking Out For No.1 (Rookie Records)
11 sonnige Songs dieser Kölner Band, wobei man den Musikern auch eine vornehme britische Blässe andichten könnte, wie sie da THE JAM und den TEENAGE FANCLUB hochleben lassen. Hibbeliger Gitarrenpop, gerne mit dezentem Disco-Offbeat im Rockfundament und rein- und raushüpfenden Chören. Melodien für die Ewigkeit finden sich hier noch nicht...
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Lapko - Young Desire (Fullsteam/PIAS)
Das Infoblatt zu dieser Platte nennt mal eben RUSH, PLACEBO, TOOL und THE USED und meint damit: LAPKO sind eine Gitarrenrockband und vielfältig. Die drei Musiker (zwei Kunststudenten und ein Metallarbeiter... wie sinnig. Oder gelogen...)kommen zudem aus Finnland und natürlich tragen sie das dort obligatorische Melancholie-Gen im Erbggut.
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Rainer Von Vielen - Kauz (Motor Music)
Dass Hans Platzgumer ein paar begleitende Worte zur zweiten Platte seines Kollegen aus dem Allgäu beisteuert, macht natürlich Sinn. Er ist voll des Lobes, und auch das kommt nicht von ungefähr, kann man dieses Album doch gut zusammenfassen, indem man Plattentitel (Kauz) und Songtitel (Guat) kombiniert. Im Gegensatz zum ersten Wurf wurde hier nicht zuhause gebastelt, sondern auswärts gearbeitet.
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Rosqo - No Stone Left Unturned
Mal wieder eine sehr schöne Veröffentlichung des Schweizer Gentlemen Labels, und einmal mehr eine, bei der man am besten im ersten Satz die beiden Stichwörter nennt, von denen das Infoblatt bereits wusste, dass sie fallen würden... also auf: POST und POP. There we go. Minimalistisch und opulent, kantig und weich, schroff und melodiös.
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Panama Radio - Luchs (Formalhaut/Novamb)
Bär und Tiger wissen, wie schön Panama ist. Und Panama kann überall sein. Panama Radio aus Münster behaupten gar nicht erst, den Weg zu kennen, aber sie klopfen dir freundschaftlich auf die Schulter und lächeln traurig, als wollten sie sagen: du musst das alleine machen, aber du machst das schon.mehr
Freaky Miller - Alaska Boy (doener-discothek.de)
Mund zu, Herz wird kalt.
Freaky Miller, du poetische Sau, du. 14 Indierockhäppchen servierst du auf "Alaska Boy", liebevoll zuhause belegt und mit Extrapetersilie versehen, und beanspruchst die ganz große Wahrheit, die eigentlich aus vielen kleinen besteht. Sprichst mir aus der Seele und kennst mich gar nicht. Hier Lemonheads, da Sebadoh, bisschen Flowerpornoes. mehr
Jackson Analogue - And Then, Nothing (Gap/Groove Attack)
Du kommst abends nach Hause und dein Dad sitzt in seiner alten Wildlederjacke auf der Couch, raucht dein Gras und will über alte Zeiten reden? Gut möglich, dass er JACKSON ANALOGUE für sich entdeckt hat, eine junge Band von der Isle of Wight, die mit "And Then, Nothing" ihr Erstlingswerk vorlegt. Wenn dein Vater nun also einladend auf den Platz neben sich klopft und dich dabei mit ebenso roten wie verklärten Äuglein anblinzelt, dann bereite dich auf Geschichten vor... mehr
Patton Oswalt – Werewolves And Lollipops (Sub Pop)
Patton Oswalt braucht keine markante Hornbrille á la Rivers Cuomo und Milo Aukermann, um sich als Nerd im besten Sinne auszuweisen. Seine Rolle als Spence Olchin in der Serie „King Of Queens“ war da doch sehr hilfreich. Und da wäre ja auch noch seine Statur: ein kleiner Mann mit Knautschgesicht.
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SDNMT – The Goal Is To Make The Animals Happy (Sinnbus/Alive)
- Hey du… psssssst… willst du’n Vokal kaufen?
- Einen Vokal?
- Psssssst!
Angebot bestimmt die Nachfrage, die Preise für Vokale fallen ins Bodenlose. Zu dem „E“ und „A“ von KVLR gesellen sich nun eben auch zwei „E“s, ein „I“ und ein „A“, für welche die Band, die mal Seidenmatt hieß, heuer keine Verwendung mehr zu haben scheint.
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The Breakers – Here For A Laugh (India Records/Rough Trade)
THE BREAKERS, das sind fünf dänische Anzugträger mit Schweissflecken unter den Armen, die Rock & Roll spielen, wie er in verrauchte Bars mit schmutzigen Toiletten passt. Gut abgehangen, irgendwie amerikanisch und garantiert schon mal da gewesen. Sänger Toke Nisted hat seine Stimme standesgemäß mit Kippen und Alkohol ruiniert und rückt damit ganz nahe an BUFALLO TOMs Bill Janowitz.
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Parasites – Retro-Pop Remasters (Go Kart/Rough Trade/PIAS)
Während SKIMMER bewiesen haben, dass ein schlechter Sound eine Platte ruinieren kann, zeigen die PARASITES dass eine gute Pop-Punk-Platte keinen perfekten Sound braucht. „Retro-Pop Remasters“ ist eine Art Best-Of, die Songs von vielfach nicht mehr erhältlichen Tonträgern der Band um Dave Parasite enthält. mehr
Guster – Ganging Up On the Sun (Reprise Records)
16 Jahre hat diese Band bereits auf dem Buckel, und blickt dabei auf genau eine Handvoll Studioalben und eine beinahe unüberschaubare Menge an Singles, Live-Veröffentlichungen und EPs zurück. Das aktuelle Album, „Ganging Up On The Sun“, erschien bereits 2006 in den heimatlichen USA, ist nun endlich auch in der Alten Welt erhältlich und sorgt dafür, dass die Band aus Boston auch hierzulande ein wenig Aufmerksamkeit bekommt. Im Mutterland des Collegerock sind GUSTER da schon ein wenig weiter mehr
Beach - Play It To Death (Sinnbus/Alive)
Das Berliner Sinnbus-Label nimmt sich gerne des Musikgeschmacks an, der ein wenig unkonventioneller, ein bisschen unkommerzieller ist, und schafft so die Blutgrätsche zwischen Beständigkeit und Weiterentwicklung. Man erkennt die Sinnbus-Produkte an ihren durchgängig gelungenen Aufmachungen, bei denen weniger oft mehr ist und Deutungsfreiheit groß (oder gar nicht) geschrieben wird. Man erkennt sie auch daran, dass man nie sicher sein kann, was einen erwartet. mehr
Skimmer - I'll Tell You What (Boss Tuneage/Rookie/Cargo)
Ich werde euch auch etwas sagen: diese englische Band um ein ehemaliges THE SECT-Mitglied ist nun bei ihrem bereits vierten Album angekommen, spielt immer noch geradlinigen und unbeschwerten Poppunk, hatte den Tod ihres Drummers zu verarbeiten, gescheiterte Beziehungen zu besingen und ein grässliches Coverartwork in Auftrag zu geben. Mit Ausnahme des Letztgenannten ist das alles auch nicht schlecht gemacht wurden... mehr
Metabloc – Autodigital
Meine Freundin fragt, ob das Deutschpunk sei. TOMTE, daran seid ihr schuld! Meine Antwort war ein entsetztes „Nein, ist es nicht!“, gefolgt von einem empörten „Hör doch hin!“. Jetzt wissen wir, welche Musik METABLOC nicht spielen. Ist doch schon mal was. Umgekehrt wird natürlich eher ein Schuh draus, aber leider einer, der schwer zu beschreiben und noch schwerer anzuziehen ist. Täte man „Autodigital“ in eine musikalische Zentrifuge, man bekäme: Rock, Punk, deutsche Texte. mehr
Abwärts – Rom (Cargo Records)
Über die Rolle, die ABWÄRTS in einer sehr kalten Republik und hinsichtlich des deutschsprachigen Punk spielten, muss man nicht diskutieren – zumindest nicht, wenn man keine mehrseitige Abhandlung verfassen möchte. Unfair wäre es, diese Relevanz (die ihnen in nicht unerheblicher Weise erst nachträglich attestiert wurde) auch heute noch einzufordern. ABWÄRTS sind noch (oder wieder) da, sie sind immer noch wütend, zynisch oder beides zusammen… mehr
Diego – same (Rookie Records/Cargo)
Kann man DIEGO besprechen ohne JOY DIVISION zu erwähnen? Bestimmt. Das allerdings wäre wie ein Rezept für Currywurst, bei dem man das Wort „Curry“ vermeidet. Die 5 Karlsruher pflegen eine klar strukturierte Melancholie mit dem Hang zu düsteren Ecken, die sich in der Stimme von Sänger Andreas und jenem schwer zu beschreibenden 80er-Gitarrensound zwischen „fett“ und „verhallt“ manifestiert. mehr
Scott Reynolds – Livin’ The Dream (Boss Tuneage/Rookie Records/Cargo)
Scott Reynolds, Hans Dampf in allen Gassen und ansonsten bestens bekannt als ehemaliger Frontmann von ALL, legt eine Zusammenstellung von Songs vor, die man unmöglich als Best-Of bezeichnen kann, da der Mann nur Hits schreibt. Der Großteil der hier vertretenen 22 Songs ist den PAVERS, Reynolds’ letztem Punkrock-Outfit, gewidmet mehr
Guff – Symphony Of Voices (Go-Kart/Rough Trade)
Auch wenn GUFF aus Athens, Georgia kommen – mit der dort seit R.E.M. reichlich produzierten Jingle-Jangle-Stangenware hat diese Band nichts am Hut. „Symphony Of Voices“ ist ein Album wie ein Energieriegel, ein Tritt in den Arsch, der dazu führen könnte, das verstaubte Skateboard aus der Ecke zu holen, die Kopfhörer aufzusetzen und der Schwerkraft ein Schnippchen zu schlagen: Kompakte aber detailreiche Gitarrenarbeit, die an die letzten beiden PROPAGANDHI-Werke erinnert, eingängiges aber durchaus abwechslungsreiches Songwriting mehr
Movies With Heroes – Nothing Here Is Perfect (Rude Records/Cargo)
Was genau hat „Futures“ von Jimmy Eat World eigentlich zu einem eher lahmen Album gemacht? Die Unterschiede, welche im Emo-Genre den Heuschnupfen vom Weizenbier trennen, sind mittlerweile so fein, dass sie leicht überhört werden können. Das spricht im Grunde für die in den letzten Jahren erreichte und zum Standard gewordene Qualität, könnte man argumentieren, aber Gewohnheit wird eben schnell zur Langeweile. mehr
Felix Culpa – Duft (Capitol East Road Records/Radar Music)
So ein Duft, das ist so eine Sache. Geschmackssache, klar, aber auch eine Frage der Menge. Schwebt eine Frau an der Bushaltestelle an dir vorbei, mag sein du reckst den Kopf und blähst die Nüstern. Anregung und Fantasie. Andererseits: wer mal auf dem Weg zum Klo durch die Parfümabteilung im Karstadt gehetzt ist, der bekommt eine Ahnung, wie dicht Anregung und Kopfschmerz beisammen liegen. mehr
Elliott Smith – New Moon (Domino/Rough Trade)
Auch wenn die genauen Umstände nie ganz aufgeklärt wurden, es ist sicher zu sagen, dass Elliott Smith so oder so an Herzschmerz gestorben ist, und mit „New Moon“ wünscht man sich einmal mehr, das Leben von Tausenden erfolgreicher, mit der eigenen Existenz hadernder, egozentrisch jammernder Emo-Musiker gegen dieses eine eintauschen zu können. 24 Songs aus den Jahren 1994 bis 1997 - also aus der Zeit um „Either/Or“ – finden sich hier auf zwei CDs, und jeder einzelne beweist, was für ein Ausnahmekünstler Smith war. mehr
Dinosaur Jr. – Beyond (PIAS] )
Verdammt ja, ich bin ein großer Fan von Dinosaur Jr., und „Bug“ und „You’re Living All Over Me“ sind unantastbare Klassiker. Als Musiker hat mich zudem Lou Barlow wie kein anderer geprägt, denn ohne dessen Definition von Lo-Fi hätte ich wohl niemals eigenständig und ganz mit mir alleine Musik gemacht. Das sei vorangestellt, um etwaigem Teeren und Federn vorzubeugen, wenn ich nun behaupte, dass „Beyond“ auch ohne Barlow ein fantastisches Album geworden wäre mehr
The Tank – Remodel (Boss Tuneage/Rookie Records)
Wie klingt wohl eine Band, die (zumindest zur Zeit der Aufnahmen) zur Hälfte aus ehemaligen GAMEFACE-Mitgliedern besteht? Wie man es erwarten durfte: Sonniger Pop-Punk kalifornischer Prägung, schnörkellos und hochmelodisch. Lange hat es gedauert, bis „Remodel“ das Licht der Welt erblicken durfte; die von Lou Giordano betreuten Songs datieren zurück ins Jahr 2004 und machten seitdem via MySpace Lust auf mehr, nun komplettiert durch eine von Eric Stenman produzierte Aufnahmesession, die sogar schon satte 5 Jahre auf dem Buckel hat. mehr
Chillerton – Bleak Unison (Boss Tuneage/Rookie Records)
Sind die zu stark, bist du schwach. Von der ersten Sekunde an kratzen CHILLERTON im Hals, sind rau, ungeschliffen und doch melodisch bis hin zur Hymnenhaftigkeit. Das hat Tradition, geprägt von Bands wie Fuel („Monuments To Excess“), Jawbreaker („Unfun“) und Hot Water Music („Fuel For The Hate Game“). Gerade mal ein Wochenende benötigten die Engländer für die Aufnahmen, und diese Unmittelbarkeit und Frische hört man denn auch. „Bleak Unison“ bietet keine Melodien zum Mitwippen, Zähneknirschen und Fäusterecken sind angesagt. mehr
Fountains Of Wayne – Traffic And Weather (Virgin)
Nachdem Adam Schlesinger und Kumpel James Iha den Softrock von AMERICA erfolgreich ins neue Jahrtausend verfrachtet hatten, widmete sich ersterer wieder seiner Band FOUNTAINS OF WAYNE, um den Nachfolger des allerorten geliebten „Welcome Interstate Managers“ einzuspielen. Leicht tut dieser Band unrecht, wer sie einzig mit „Stacy’s Mom“, dem Song und dem Video, verknüpft, denn zum einen gab es bereits zwei tolle Alben im Vorfeld, zum anderen ist besagter Song kaum mehr als eine kompositorische Dehnübung mehr
Winterpills – The Light Divides (Signature Sounds)
Traumwandlerische Schönheit, wattebauschiger Wohlklang und glitzernde Melancholie – die WINTERPILLS um Sänger/Songwriter Philip Price dürften Tränchen in die Augenwinkel derjenigen zaubern, welche an James Mercer, Joe Pernice oder Neil Halstead einen Narren gefressen haben. Die Melodien fallen wie Laub von den Bäumen, über die sich ein grauer Neu-England-Himmel wölbt, und wer sich die ersten vier Songs auf „The Light Divides“ anhört ohne die Platte danach ganz fest ans ergriffen puckernde Herz zu pressen, der muss Katatoniker sein mehr
Steakknife – Parallel Universe Of The Dead (Rookie/Cargo)
Neulich im Paralleluniversum der Toten: während in der sterblichen Welt die Gestirne gemächlich über die scheibenförmige Erde stottern, herrscht hier die Steak-Zeit, und die Dinge sind rund. Das neue Album ist da. Was dem darbenden Steakjünger wie eine gefühlte Ewigkeit vorkam, für die Band selbst war es nur ein Wimpernschlag der Zeit, und die Zeit trägt keinen Kajal. Die 1977 gegründeten Steakknife begrüßen L. Demon zurück in ihrer Mitte, während sich Rocket ganz der gepflegten Gastrektomie widmet mehr
V.A. – Pop Punk’s Not Dead (GoKart/PIAS/Roughtrade)
Pop Punk ist nicht tot, aber er hat zu kämpfen gelernt, musste er sich doch einst gegen Melodicore durchsetzen und legt nun die Lanze gegen die Emo-Windmühlen an. Über den Sinn dieser von Dave Parasite zusammengestellten Compilation mag streiten, wer sich noch an die hohe Kunst des Mixtapes erinnert und auf eine entsprechende Tonträgersammlung zurückgreifen kann, für alle anderen Faulpelze kommt hier der Soundtrack für lange Nachmittage am Baggersee. mehr
Dr. Norton – Your Plot, The Prison, My Escape (GoKart/PIAS/Roughtrade)
Quirliger Beatpunk aus Berlin, immer schön nach vorne gespielt, mit aufgedrehtem Sänger und kratzigen Gitarren. Das Tamburin dengelt und kümmert sich nicht weiter um die dämliche deutsche Schreibweise seines Namens. Die Texte behandeln nichts, was sich nicht mit Bier und Jägermeister lösen lassen würde. Breitbeinige Solos, kurz wie sie sein sollen, und Orgelgequetsche, das auf der Bühne den einen oder anderen Spielfehler zukleistert mehr
Capricorn – On Mercury (Goldene Zeiten/Edel)
Indie-Rock mit einem Hang zu traurigen Melodien, einer deutlichen Wave-Schlagseite und einem Sänger, der sich gerne in Tonhöhen bewegt, die seiner Stimme große Ähnlichkeit mit der eines Marian Gold von Alphaville verleihen. Ausgefeilte Songs in einer äußerst glatten Produktion (für die sich die Band selbst verantwortlich zeichnet), die CAPRICORN allerdings gar nicht schlecht steht. mehr
Magicrays – Off The Map (Gentlemen/Alive)
Bereits das vierte Album dieser Band aus dem schweizerischen Lausanne, die mir bisher unbekannt war, obwohl der unmittelbare Vorgänger dieses Albums, „Take Me Home“ wohl so hohe Wellen (ausgerechnet in der Schweiz, hehe) geschlagen hat, dass dieser Tage ein Remix-Album ansteht. Nun ist der Name an sich ja nicht sehr prägnant und quasi offen für alle Musikrichtungen. Das Infoblatt versucht sich an Aufklärung, indem es ausgerechnet COLDPLAY und WILCO nennt und so eher Fragezeichen hinterlässt, denn diese beiden Bands verstehen sich zwar aufs Schmachten, verfolgen dann aber doch unterschiedliche Ansätze. mehr
Bayside – The Walking Wounded (Victory/Soulfood)
Das Ungestüme, welches das gleichnamige zweite Album von BAYSIDE zu einer Ausnahmeerscheinung in der Emoschublade und dem Labelraster machte, es ist nicht verschwunden, aber es hat sich verändert, wie es nicht anders zu erwarten war nach dem tragischen Unfalltod von Drummer John „Beatz“ Holohan und dem Acoustic-CD/DVD Doppelpackage, das ebenso introvertiert wie trotzig deutlich machte, dass es weiter geht. mehr
Handsome Hank & His Lonesome Boys – Live at Murmansk (Rookie/808/Cargo)
Das Infoblatt nennt Handsome Hank und seine einsamen Jungs “Pioniere der aktuellen Country-(Cover)-Welle“, und das ist nach- und fahrlässig, schließlich berichten noch heute Zeitzeugen mit Tränen in den Augen, Selbstgedrehten zwischen den Fingern und Selbstgebranntem im Blut von jenem legendären Konzert in Murmansk, und das war bereits 1962, auch wenn moderne digitale Aufbereitung diesen Livemitschnitt wie eine Studioaufnahme klingen lässt. mehr
Comeback Kid - Broadcasting… (Victory/Soulfood)
„Boy’s no good“ skandierten LIFETIME irgendwann, aber diesen Jungen scheint jeder zu lieben... Nach dem Weggang von Sänger Scott Wade lässt Andrew Neufeld die Gitarre fallen und schnappt sich das Mikro… und der (Achtung, Kalauer) Saiteneinsteiger macht seine Sache überraschend gut, vor allem wenn das erfolgreiche und von Kritikern und Fans gleichermaßen begeistert aufgenommene Vorgängeralbum, „Wake The Dad“, die Erwartungshaltung nicht gerade niedrig gehalten hat. Neu erfunden haben sich COMEBACK KID nicht, aber wann passiert das in diesem Genre schon mal? mehr
Mardi Gras.BB - The Exile Itch (Hazelwood/Indigo)
Und Gott schickte wieder einmal eine ganze Menge Wasser - warum Bewährtes ändern? - um die Scheisse aus dem modernen Babel zu spülen, aus dem vielleicht letzten Sündenpfuhl der USA, aus New Orleans. Der Präsident, eben ein Puritaner im Herzen und vielleicht von der schicksalhaften Gerechtigkeit dieser Katastrophe überzeugt, reagierte zunächst gar nicht, dann falsch, dann langsam. Und Google retuschiert seine Satellitenfotos. Studenten und Touristen strömen wieder in die Kreolenstadt, angelockt von der Möglichkeit, auf der Straße Bier zu trinken ohne störende Papiertüte, und in der Hoffnung auf den Hauch einer Chance nackte Brüste zu sehen. mehr
Puts Marie – Dandy Riot (Hazelwood/Indigo)
Geht man nach dem fantastischen Asterix-Band, dann haben die Schweizer massive Probleme, die Gallier (mitunter also die Franzosen) zu verstehen, man möge im Gegenzug mir als „Saarfranzosen“ verzeihen, zunächst weder den Wortwitz im Bandnamen noch die Musik dieser Band verstanden zu haben. Natürlich hätte ich diese Platte weiterreichen können, allerdings mit dem Gefühl, eventuell ein Schätzchen leichtfertig aus den Händen gegeben zu haben, was ich dann doch nicht riskieren wollte. mehr
Monkeeman - Jumping On The Monkey Train (El Muto/Soulfood)
Die letzten Sonnenstrahlen gleiten über die marode Bausubstanz von Berlin, ein lauer Wind weht durch schmutzige Gassen, zu warm für diese Jahreszeit, zu kalt um das Herz zu wärmen, warm genug um die Sehnsucht zu wecken. Steht man an der richtigen Stelle und reckt die Nase, dann kann man das Meer riechen. Wer diese Stelle nicht finden kann, der kann auch zu MONKEEMAN greifen. mehr
The Jennifer Echo - Be Dangerous On Rock Guitar (Jumping Jupiter Records)
Als die MEGA CITY FOUR das Album "Magic Bullets" veröffentlichten (1994), da sprach niemand von Emo, da konnte man einem Label wie Epitaph noch den Vorwurf der gleichförmigen Eintönigkeit machen, da war Pop im Punk noch dem diffusen Vorwurf des Ausverkaufs ausgesetzt, dessen tatsächliche Ausmaße bezüglich des kommerziellen Potentials bald alle Vorstellungsgrenzen sprengen sollte. mehr
Bodi Bill - No More Wars (Sinnbus/Alive)
Synthetik und Synthese: BODI BILL zeigen, dass sich diese Begriffe nicht nur ähnlich sehen. Auch künstliche Dinge sind eben mitunter handgemacht, und so elektronisch die Songs auf "No More Wars" auch entstanden sind, es sind die Laptops, welche die Körpertemperatur der beiden beteiligten Musiker (Alex Amoon und Fabian Fenk, u.a. BPitch Control, Pantasz und Nonostar) angenommen haben, nicht etwa umgekehrt. Besagte Synthese bezieht sich bei BODI BILL dann auch nicht auf Akustikgitarren und Pling-Plong-Geräuschteppiche. Es klingt ganz einfach anders, und das macht die Beschreibung so schwer. mehr
The Diggs - Commute (Sugarspun Records/iTunes)
Wer ein Faible für altmodischen Indierock hat, wie er im letzten Jahrzehnt des letzten Jahrtausends an den Bordsteinen blühte, der wird dem Titel dieser CD sehr schnell gerecht werden und unversehens und wie in Trance zwischen der Couch und der Repeat-Taste des Players pendeln. Ach was, regelrechte Furchen in den Teppich laufen.
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Antennas - Sins (Novoton/Decoder/Alive)
Drei junge Schweden zwischen euphorisiertem Jubilieren und Jammern auf hohem Niveau. Schliesslich hat MONEYBROTHER-Schlagzeuger Henrikkson aka Existensminimum nicht nur produziert, sondern auch noch Keyboards und Kleinkram beigesteuert. Da kommt meistens ganz schön was zusammen: flirrender Indierock, ein bisschen 80er-Ästhetik, komplett mit Wave-Anleihen und mitreissender Rhythmusarbeit sowie beinahe verschämt im Mix versteckten Bläsern. mehr
Luca - Sick Of Love (India Records/Rough Trade)
Studium der Komposition, Gastmusiker bei GIANT SAND und CALEXICO, dann das NICK LUCA TRIO, mit dem er zwei Alben aufnahm und als Backingband für JOHN DOE fungierte - der Mann namens Nick Luca, wohnhaft in Tucson, Arizona, hatte in den letzten Jahren gut zu tun. „Sick Of Love“ debütiert nun schlicht unter dem Namen Luca, und wer dabei an das nur ähnlich geschriebene Suzanne Vega-Cover der LEMONHEADS denkt, der ist auf der richtigen Spur. Komplexe Kompositionen und staubigen Desert Rock sucht man hier trotz der Vorzeichen vergeblich. mehr
David Judson Clemmons & The Fullbliss - Yes Sir (Village Slut Records)
Weder alleine, als FULLBLISS, noch mit den immer noch scmerzlich vermissten JUD war Mr. Clemmons ein Rolemodel für Ausgelassenheit. Der Mann, so schien es bislang, ist eben ein Kauz. "Yes Sir", das neue Album, erscheint nun im trüben Fahrwasser familiärer Todesfälle, und so durfte man ein besonders zerissenes Werk erwarten. Weit gefehlt. Clemmons spendet sich hier selbst Trost, frei nach Tom Liwa: nichts zu verstecken / nichts zu verstehen / mein Herz schlägt weiter / dein Herz bleibt stehen. mehr
max MIN - Bright Is The Silence (Kalikaland/Broken Silence)
Neuer Stoff von Erlend Oye, der als max MIN das handgemacht Akustische der KINGS OF CONVENIENCE mit dem flutschigen Pop des WHITEST BOY ALIVE verknüpft und dabei noch dezente elektronische Elemente seiner DJ-KICKS einfließen lässt. Habe ich eure Aufmerksamkeit? Fragt ihr euch: wie konnte ich davon nichts mitbekommen? Ganz einfach, ich habe gelogen! max MIN ist das Baby eines Grazer Halbbriten.
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Ian Love - same (Arctic Rodeo Recordings/Alive)
Zwei eng bedruckte Seiten umfasst die selbstverfasste Biographie von Ian Love, in der er in bester Jim Knipfel-Manier einen Abriss über sein Leben und einen Einblick in sein Seelenleben gibt, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Musikalische Stationen: BURN, DIE 116, CARDIA, RIVAL SCHOOLS. Damit verbunden: Schulabbruch, Touren, Fernreisen, Heroin, Alkohol. Dann: die Läuterung, Frau, Tochter. Konstante: die Liebe zur Musik, parallele Betätigung als Livemischer und Studiomann. mehr
Endwell - Homeland Insecurity (Victory/Soulfood)
Wie sieht er wohl aus, der Mensch, der die Promoblätter für Victory Records schreibt? Es muss ein nervöser, gar hyperventilierender Typ sein, beim Sprechen (er redet hastig und verschluckt Silben) ein bisschen spuckt. Er findet vieles gut, und alle Bands auf Victory nicht nur einfach großartig, sondern geradezu revolutionär. Dieses Talent. Das dringende Anliegen. Die lyrische Genialität. Die gemarterten Künstlerseelen. Die loyale Gefolgschaft. Das Potential. mehr
The Unknown - Unpopular (Boss Tuneage/Flight13/Cargo)
Wer seit 5 Jahren auf ein Lebenszeichen von ALL wartet, das Ableben von BIG DRILL CAR nie verwunden hat und seine POLLEN und BROWN LOBSTER TANK-CDs regelmässig ans Poppunk-Herz drückt, der kommt um diese Platte nicht herum. Vor allem Gitarrist Peter Woodward hat sich "Percolater" verinnerlicht und macht den Egerton. Das ist was für Nerds. mehr
Andreas Mattsson – The Flawlessness Of The Ruling Classes (Hybris Records)
Nach Jahren in der Versenkung, in denen er sich als Songschreiber hinter den Gardinen des großen Popgeschäfts verdingte, taucht Ex-Popsicle Andreas Mattsson mit seinem ersten Solo-Album wieder auf. „The Lawlessness Of The Ruling Classes“, so der sperrige aber wohl allgemeingültige Titel, verlangt erstmal Geduld... mehr
HeadCrash – Cranium (Rookie Records/Flight13/Cargo)
No punks in K-town? Blödsinn, manchmal hatte er eben das Crossover-Kleidchen an. Als HeadCrash Mitte der Neunziger ihren Zenith erreichten, war diese Musik ein Thema. Aber nicht mehr für mich. Vereinzelte Konzerte mit den Spermbirds zeigten eine kraftvolle Band, die es verstand, das Publikum zu beeindrucken. Sie wussten, was sie taten, die Jungs um Shane Cooper. mehr
Perfect Daze – Five Year Scratch (Boss Tuneage/Flight13/Cargo)
Wiz ist tot. Der Kopf der englischen Mega City Four verstarb am 6. Dezember 2006 an einem Blutklumpen im Gehirn. Diese traurige Nachricht wäre nicht nur eine Randnotiz, hätten MC4 und eine lange Reihe englischer Bands in ihrem Umfeld die Anerkennung bekommen, die sie verdienen: als Wegbereiter des finanziellen Erfolges von Green Day, der Imperien Epitaph und Fat Wreck und des Musikstils namens Emo. mehr
The Joyce McKinney Experience – Love Songs For Kirk (Boss Tuneage/Flight13/Cargo)
Ein weiterer Teil der BossTuneage Retro Serie. „Love Songs For Kirk“ umfasst das Komplettwerk der englischen Joyce McKinney Experience aus den Jahren 1988-1992. Zwei CDs bis zum Anschlag gefüllt mit Popsongs zwischen Punk und HC, geprägt von weiblichem Gesang. Die Songs bersten vor Spielfreude und ungestümem Drive, Bubblegum-Chören und tollen Melodien. mehr
Phil Vetter – Say Goodbye To The Moment (Substanz Records/PIAS/Rough Trade)
Stammte der Song „The Moment“ von Jeff Tweedy, WILCO-Fans würden lauthals das avantgardistische Beiwerk derer letzten beiden Alben vermissen und sich doch klammheimlich freuen über die puristisch reduzierte Schönheit zwischen „AM“ und „Being There“. Nun stammt der Song aber von Phil Vetter, und München ist nicht Chicago. Ohne die uramerikanische Aura droht „Say Goodbye To The Moment“ deshalb, im Wust von Veröffentlichungen unter dem verallgemeinernden Etikett „Singer/Songwriter“ regelrecht überhört zu werden. Und das wäre sehr schade. mehr
One Drop Does It – Your Rome Shall Burn (Modern Noise/Cargo)
Emo, Hardcore, Metal, Punk – die vier Fixsterne am Firmament der Bonner Band One Drop Does It. Musikgeschichtlich in die richtigere Reihenfolge gebracht – also Punk, HC, Metal, Emo – bleibt die Ahnung, wie die Band klingen könnte, und das müßige Bedürfnis, zum tausendsten Mal über dieses Phänomen namens Emo sinnieren zu müssen, denn während die drei übrigen Spielarten durchaus den Begriff Schublade verdienen, bleibt Emo ein (wenn auch millionenfach verwendetes) Etikett, dass sich zwar munter aus Schubladen bedient, genau deshalb aber als solche nicht funktionieren sollte.mehr
The Plastic Pals – The Band That’s Fun To Be With (Polythene Records)
Von wegen Plastik. Derlei Songs werden gerne unter dem Begriff „Roots“-Musik geführt, und die Wurzeln reichen weit: von Schweden, dem Heimatland dieses Vierers, unter dem Atlantik hindurch, bis hinein in diejenigen der Vereinigten Staaten, die gerne mit Bildern von wogenden Kornfeldern, am Horizont verschwindenden Strommasten, einsamen Diners mit warmem Apfelkuchen, Fliegengittertüren und Frontporches, Spucknäpfen und Jukeboxes verknüpft werden. mehr
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