 |
|
CD Review Skagen - Sorry, Sun!
|
Skagen – Sorry, Sun! (Waggle-Daggle/Broken Silence)
 Um sich ´Sorry, Sun´, dem Debüt-Album von SKAGEN zu nähern, ist es vielleicht hilfreich, sich das Brimborium ins Gedächtnis zu rufen, das MTV zum Unplugged-Auftritt der Toten Hosen veranstaltete. In einem Special zu eben jenem Ereignis ließ Gitarrist Kuddel nämlich mit verschwörerischer Miene die Bombe platzen: „Unplugged bedeutet ja nicht, laute Lieder leise zu spielen“.
Ach was! Der Umkehrschluss trifft dann ebenso auf SKAGEN zu, denn das deutsch-dänische Kollektiv um den Singer/Songwriter Mikael Jan Sebastian Ahlmeyer nimmt sich den Akustikgitarren-Stücken auf ganz besondere Art an: Quiet Goes New Loud, sozusagen. Hier werden fragile Songs nicht einfach nur in Bandbesetzung aufgepumpt, hier treffen Welten aufeinander, die sich ergänzen. Man stelle sich das Doppel-Live-Album der COUNTING CROWS vor, bei dem die laute „Rock“-Seite und die leise „Folk“-Seite harmonisch miteinander verschmelzen. Eine gewisse Theatralik gehört dazu, eine Inbrunst, mit der die zarten Kompositionen vorgetragen werden, damit sie nicht untergehen in den Klangwelten einer vielseitig ausgestatteten Indie-Rockband. WILCO können das, ebenso ein CHRISTIAN KJELLVANDER... und auch SKAGEN. Melancholisch, aber nicht todtraurig. Elegisch, aber nicht langatmig. Verflucht eingängig, aber alles andere als simpel. Nicht nur stimmlich erinnern sie an die besten Momente der TURIN BRAKES; die 11 Songs auf „Sorry, Sun!“ sind allesamt toll komponiert und exquisit arrangiert, dabei aber nicht auf Hochglanz poliert, sondern angenehm naturbelassen. Das ganze Album atmet und lebt – und macht eine Menge ähnlich gearteter Platten glatt überflüssig. Songs, wie „Neverending Time“ und „Long Distance Runner“ sind Hits. Humbug, das sind alles Hits mit Hooks, die sich von hinten anschleichen und dich nicht mehr loslassen. Höchstnote! Mit Ausrufezeichen! Erzählt es niemand, aber auf ´Sorry, Sun!´ gibt es Stellen, die sind zum Naßmachen schöööööön....
Daniel
zurück
|
|
|
|
 |
|